Tagestipps

Freitag 20:03 Uhr SRF 1

Hörspiel

«Begehren» von Gesine Schmidt Wir leben in einer sexualisierten Gesellschaft. Werbung muss sexy sein, «50 Shades of Grey» muss man gesehen haben, Sex ist Lifestyle. Und natürlich ist jeder in gewisser Weise ein Experte in Sachen Sexualität.

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

"Ich trage ein Kleid aus Eis" Die niederländische Schriftstellerin Anna Enquist Von Burkhard Reinartz Regie: der Autor Produktion: Dlf 2020 Nach dem frühen Tod ihrer Tochter fragt Anna Enquist: Lassen sich solche Verluste bewältigen oder ist es besser, sie zu verdrängen? Zwischen Aufarbeitung und Betäubung erkundet die Schriftstellerin und Pianistin die Rettungsleinen der Seele. Können Romane, kann auch die Musik die schmerzhaften Verwerfungen des Lebens lindern? Enquists Geschichten zeigen, dass es keine verbindlichen Antworten auf diese Fragen gibt. Nicht zuletzt durch die Erfahrung als Psychoanalytikerin gelingt es ihr, das Taumeln ihrer Figuren zwischen Hilflosigkeit und Lebensmut realistisch und bewegend zu beschreiben. Für die ausgebildete Konzertpianistin ist Musik ein Schlüssel, um den Schmerz zu mildern. "Durch das Klavierspiel baute sie einen wackligen Steg, der es zumindest erlaubte, inmitten der Verwüstung umherzugehen und das lädierte Gebiet zu besichtigen", schreibt Enquist in dem Roman ,Kontrapunkt". In dessen 32 Kapiteln verbindet sie Gedanken über die 32 Teile der Bachschen Goldberg-Variationen mit Erinnerungen an ihre Tochter bis zu deren Tod. Anna Enquist zählt zu den bedeutendsten niederländischen Autorinnen und Autoren der Gegenwart. Burkhard Reinartz hat die Schriftstellerin in Amsterdam getroffen und mit ihr über die Spannung von Literatur, Musik und menschlicher Psyche gesprochen. "Ich trage ein Kleid aus Eis"

Freitag 21:05 Uhr Bayern 2

hör!spiel!art.mix

How dare you - Echo einer Rede Von Norbert Lang Originaltonhörspiel Realisation: Norbert Lang BR 2020 Ursendung "How dare you!", "Wie könnt ihr es wagen!" - diese Worte werden am 23. September 2019 zum unauslöschlichen Teil des kollektiven Gedächtnisses. Es ist der wohl bekannteste Ausschnitt aus der Rede der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg vor dem UN-Klimagipfel in New York, einer Rede mit einer deutlichen Botschaft an alle anwesenden UN-Vertreter: Wie können es diese wagen, zu glauben, dass man den drohenden Klimawandel und die Gefahr einer Massenauslöschung abwenden könne, indem man einfach weitermache, wie bisher? Ihre Wutrede, wie manche sie nennen, provoziert zahllose mediale Reaktionen von Aktivisten, Politikern, Schülern, Wissenschaftlern, digitalen und analogen Medienmachern. Neben dem Inhalt polarisiert dabei vor allem der emotionale Vortragsstil Greta Thunbergs, rückt sie hier doch von ihrem bislang sachlichen Tonfall bei Reden ab. Wut und Enttäuschung ist ganz deutlich in ihrer Stimme zu hören. Für viele ist diese Emotionalität in notwendiger Weckruf für mehr Klimaschutz, anderen geht sie zu weit, auch wenn sie in der Sache zustimmen. Einige Journalisten, Youtuber oder Netznutzer provoziert dieser emotionale Auftritt zu abfälligen und hasserfüllten Kommentaren über das "behinderte Mädchen" - Thunberg wurde das Asperger-Syndrom, eine Form von Autismus, diagnostiziert - andere spinnen Verschwörungstheorien darüber, welcher mächtige Akteur Greta Thunberg im Hintergrund steuere. Doch ganz unabhängig vom Inhalt dieser vielfältigen Reaktionen lässt die Rede der schwedischen Aktivistin eine Momentaufnahme entstehen, welche die Ängste, aber auch Hoffnungen und Wünsche von Menschen auf der ganzen Welt sichtbar macht. Diese Zeit-Dokumente, Greta Thunbergs Rede und ihr Medienecho, bilden das ausschließliche Ausgangsmaterial des Hörspiels "How dare you". Gesampelte Ausschnitte aus Reden, Interviews, Talk-Formaten und Kommentaren zu Greta Thunbergs UN-Rede werden dabei einer akustisch-musikalischen Befragung unterzogen: sie werden gesampelt, moduliert, geschichtet, isoliert, wiederholt, kontrastiert und dabei nach ihrer kollektiven und individuellen Bedeutung untersucht. Aus kleinsten akustischen Splittern entsteht dabei ein vielstimmiges Gegenwartspanorama über den Kampf um die Deutungshoheit der Zukunft auf unserem Planeten. Norbert Lang, geb. 1984, Hörspielmacher, Musiker, Moderator. Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis in Hildesheim. Weitere BR-Hörspiele: ANNA (2018, zusammen mit Sebastian Kunas); Aus den Archiven akustischer Feldforschung (2013, zusammen mit Annegret Arnold).

Freitag 22:00 Uhr NDR 90,3

NDR 90,3 Spezial

Peter Maffay live in Hamburg NDR 90,3 Spezial

Freitag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Krimi

Auf die sanfte Tour Nach dem gleichnamigen Roman von Castle Freeman Aus dem amerikanischen Englisch von Dirk van Gunsteren Mit: Thomas Krümmel, Thomas Niehaus, Claude De Demo, Stefan Haschke, Markus Scheumann, Antonia Mohr u. v. a. Hörspielbearbeitung und Regie: Silke Hildebrandt (Produktion: SWR 2018) Audio unter SWR2.de/hoerspiel Nach "Männer mit Erfahrung" ist dies die zweite Vermont-Geschichte von Castle Freeman: Aus einer abgelegenen Villa wird ein Safe gestohlen, der dummerweise der Russenmafia gehört. Sheriff Wing will das Verbrechen aufklären, bevor die Russen den Dieb zur Strecke bringen. Das bedeutet Tempo, und damit bricht er seine oberste Regel: Im Wettlauf mit der Zeit ist die wichtigste Fähigkeit Geduld. Deputy Keen, der an Wings Stelle Sheriff werden will, sieht das völlig anders und verspricht, hart durchzugreifen. Dass das am Ende nicht gutgehen kann, ist nicht nur dem Schauplatz Vermont geschuldet.

Freitag 23:00 Uhr Cosmo

COSMO Live

Imam Baildi Liraz Bantou Mentale Gilberto Rodriguez y los Intocables - COSMO Live nimmt euch zuerst mit nach Berlin zu Imam Baildi ins SO36 und anschließend zu Trans Musicales 2019 in Rennes. Mit Liraz, Bantou Mentale und Gilberto Rodriguez y los Intocables gibt es für euch heute Abend noch einmal die Highlights des französischen Festivals. Imam Baildi - eine Band, die einzigartiger nicht sein könnte. Gekonnt kombinieren die Brüder Lysandros und Orestis Falireas den Klang des goldenen Zeitalters in Griechenland mit den Klängen der Neuzeit. Alles begann 2007, als die Brüder die Idee hatten, eine Band zu gründen. Durch den Plattenladen des Vaters sind sie immer mit ausgefallener Musik in Berührung gekommen und haben dadurch ihren unverwechselbaren Stil entwickelt: Ein buntes Potpourri aus Rembetiko, Balkanbrass, HipHop und Bouzouki. Die Musikerin und Schauspielerin Liraz aus Tel Aviv erzählt auf dem Album "Naz" die Geschichte ihres Lebens. Vor der Iranischen Revolution emigrierte ihre Familie nach Israel. Liraz denkt viel über ihre persischen Wurzeln nach und will mit ihrer Musik die verlorenen Stimmen des Iran hörbar machen, vor allem die der Frauen, die dort nicht mehr öffentlich vor männlichem Publikum auftreten dürfen. Beats und Electronica des Tel Aviver Produzenten Rejoicer holen die Erinnerungen von Liraz an ihre persischen Wurzeln ins Hier und Jetzt. Songs aus den Tiefen Afrikas und der neuen Rave Bewegung kommen von Bantou Mentale. Ekstatische Vocals treffen auf elektronische Klangwelten voller gebrochener Beats, Bässe und impulsiven Momenten. Die Pariser Combo, bestehend aus Cubain Kabera, Chicco Katembo und Apocalypse, sind die Steckenpferde der franko-kongolesischen Szene in Paris und machen ihrem Namen alle Ehre: "Bantu Mentale" spiegelt die Impulsivität von Kinshasa und das wilde Nachtleben des französischen Schmelztiegels wider. Gilberto Rodriguez stammt aus San Francisco und dekonstruiert mit seiner Begleitband Los Intocables lateinamerikanische Rhythmen und setzt sie neu zusammen, es entstehen fast schon hypnotische Sounds. Dazu kombinieren sie Jazz und Rock-Elemente. Aufgenommen am 22.10.17 im SO36 in Berlin und vom 04.-08.12.19 bei Trans Musicales in Rennes.

Freitag 23:03 Uhr SWR2 Rheinland-Pfalz

SWR2 NOWJazz

Crowdfunding - durch Getreue vertont Aktuelle Musikprojekte, vom Schwarm finanziert Von Franziska Buhre Musiker*innen der improvisierten Musik sind nahbar, sie schätzen den Austausch mit ihrem Publikum und kennen es oft sehr genau. Wie aber erreichen sie eine Vielzahl an Menschen, die sich verbindlich auf die Finanzierung eines Musikprojektes einlassen? Immer mehr Bandleader*innen zeigen Mut und beweisen, dass ein Album keine große Plattenfirma mehr braucht, um Gehör zu finden. Der direkte und zugleich virtuelle Draht zum Publikum setzt kreative Ideen frei, die nicht allein im Studio entstanden wären. Und selbst besondere Konzertereignisse und Tourneen werden mithilfe des Schwarms Wirklichkeit.

Freitag 23:03 Uhr Ö1

Zeit-Ton

Glanzlichter bei den konfrontationen Nickelsdorf 2019: P:Y:G. Konfrontationen, das international renommierte Festival für frei improvisierte Musik und freien Jazz im Burgenland feierte im Juli 2019 seine 40. Ausgabe. Der ORF zeichnet seit vielen Jahren einige Festivaltage auf und war auch vergangenes Jahr drei Tage lang vor Ort. Einige der Konzerte wollen wir Ihnen an den Freitagen im Jänner und Februar nun in ihrer vollen Länge präsentieren. Heute: drei junge Österreicher, die seit einigen Jahren als Trio P:Y:G gemeinsam improvisieren. Der Saxofonist Jakob Gnigler, der Gitarrist Robert Pockfuß und der Schlagzeuger Alexander Yannilos gestalten in ihrer Musik minimale Schwankungen, dynamische Wechsel oder kleine Abstufungen ebenso wie Verdichtungen und ruhig gelassene Geräuscharbeit. Gestaltung: Nina Polaschegg

Freitag 23:05 Uhr Bayern 2

Nachtmix

Keine Welt-Musik: Kolumbien , Mexiko, Kanada Klangwart sind zwei aus Deutschland, die gemeinsam mit kolumbianischen Musikern arbeiten und elektronische Musik machen. Lorelle Meets The Obsolete sind ein Duo aus Mexiko und werfen schwer kategorisierbare Sounds in die Welt und bei Khruangbin klingt der Name exotischer als ihre Musik, die fast als Americana durchgeht. Die Band kommt aus Texas.

Samstag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Lange Nacht

Glühend verehrt, schmerzlich entzaubert Eine Lange Nacht über Vorbilder in der Musik Von Sylvia Systermans Regie: Burkhard Reinartz (Wdh. v. 21./22.04.2018) Sie sind Meister ihres Fachs und faszinierende Persönlichkeiten. Als Vorbilder fordern und fördern sie mit kompromisslos kritischem Blick und sind ihren Schülern starke Gefährten auf dem Weg zur eigenen Profession. Doch nicht jeder, der lehrt, ist auch zum Vorbild berufen. "Jemand muss uns tief berühren, damit er für uns zum Vorbild wird. Das sind keine bewussten Entscheidungen", sagt die Bratschistin Monika Henschel. Sie war noch ein Kind, als der Dirigent Sergiu Celibidache für zwei Jahre ins Haus der Henschels zog. "Mit ihm kam ein Vorbild in unsere Familie, dem man sich gar nicht entziehen konnte." Auch die Cellistin Tanja Tetzlaff und die Geigerin Carolin Widmann, der Pianist Lars Vogt und die Trompeter Markus Stockhausen und Manfred Schoof erinnern sich an Vorbilder, die für sie prägend waren. In der ,Langen Nacht" erzählen sie Geschichten von charismatischen Lehrerinnen und überragenden Künstlern, von gelungenen Beziehungen und schmerzhaften Trennungen.

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